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Ebersberg, Geschlecht derer von (Thema)
  12.Jh. bis 18.Jh.
  Beschreibung

Reich an Besitz und Einfluss
Das Adelsgeschlecht derer von Ebersberg, genannt von Weyhers, wird erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, war aber vermutlich bereits seit der Karolingerzeit in die Rhön ansässig. Die fränkische Lilie in ihrem Wappen lässt darauf schließen, dass die Ebersberger, ebenso wie die mit ihnen verwandten Schneeberger und Ebersteiner, mit den Franken ins Land kamen. Wahrscheinlich erhielten sie vom König Besitz und Leute in der Rhön und mussten dafür Heerfolge leisten und Verwaltung und Gerichtsbarkeit übernehmen.
Die Ebersberger entwickelten sich zu einem reichen und mächtigen Geschlecht und hatten zahlreiche Beistzungen, unter anderem eine Wasserburg in Weyhers und die Ebersburg. Als in Fulda 1237 ein Franziskanerkloster gegründet und 1273 die Barfüßer- oder Minoritenkirche erbaut wurde, waren die Herren von Ebersberg unter den Stiftern. In der Barfüßerkirche hatten sie einen eigenen Altar und Begräbnisstätten; zu ihrem Gedenken fanden regelmäßig Gottesdienste und Gedächtnismessen statt. Das Geschlecht derer von Ebersberg führte den Beinamen „von Weyhers“, der darauf verwies, dass sie das Amt Weyhers gemeinsam mit dem Kloster Fulda beherrschten. Nach der Zerstörung ihrer Stammburg 1271 blieb Weyhers ebenso wie andere Orte samt Leuten und Gerichtsrechten bis ins 18.Jahrhundert im Besitz der Ebersberger.

Machtkämpfe mit den Territorialherren
Die schon im 12. Jahrhundert bestehende Ebersburg wird urkundlich im Zusammenhang mit ihrer Zerstörung 1271 genannt. Damals wurde die Burg auf Befehl des Klosters Fulda geschleift, nachdem die Ebersberger sich an der Ermordung des Fuldaer Abtes Bertho II. von Leibolz beteiligt hatten. Die Fehde zwischen dem Kloster und den beteiligten Rittern endete mit einem Überfall von Berthos II. Nachfolger Bertho III. von Mackenzell auf die Verschwörer. Er ließ ein Blutbad anrichten und die Überlebenden Albert und Heinrich von Ebersberg in Frankfurt rädern. Die Ebersberger, die als Anführer galten, wurden ihrer Güter beraubt. Bis ins 14. Jahrhundert lag Burg Ebersberg in Trümmern, dann wurde den Ebersbergern der Wiederaufbau erlaubt – der 1396 begonnene neue Bau auf dem Ebersberg musste allerdings vom Schloss Fulda als Lehen empfangen werden. Trotz allem gelang es den Ebersbergern mit den Burgen in Poppenhausen, Weyhers und auf dem Ebersberg ein Machtdreieck aufzubauen. Die Wasserburg Poppenhausen jedoch wurde bei erneuten Streitigkeiten durch eine Allianz des Klosters Fulda mit dem Bistum Würzburg und den Grafen von Henneberg verwüstet. Die Ebersburg dagegen blieb erhalten. Im 15. Jahrhundert hatte sie allerdings ihre strategische Bedeutung verloren und wegen der Enge und unbequemen Lage zogen die Ebersberger ab 1450 nach Gersfeld

Bündnisse und Feindschaften
Das Geschick der Ebersberger war auch im späten Mittelalter von Streitigkeiten und Allianzen mit den mächtigeren Territorialherren geprägt. So wurden die Ebersberger 1328 an Stelle der verwandten Linie von Schneeberg zu Amtsleuten von Gersfeld ernannt. Die Schneeberger hatten zuvor ein Gersfelder Gebiet als freies Eigentum sowie fuldische und würzburgische Lehen besessen. Anfang des 15. Jahrhunderts hatte der Würzburger Bischof Gersfeld und umliegende Besitzungen erobert und schließlich Heinrich von Schneeberg zu seinem Vasallen gemacht. Da er den Schneebergern aber nach wie vor misstraute, wurde Heinrich von Ebersberg zum Amtmann ernannt und Gersfeld war fortan würzburgisches Lehen der Ebersberger. Hans und Eckarius von Ebersberg erhielten ebenfalls schneebergischen Besitz. Eine Nebenlinie besaß würzburgische Erbgüter in Bischofsheim und Haselbach, die im 17. Jahrhundert an den Gersfelder Familienzweig fielen.

Auch in die „Hersfelder Affäre“, in der seit 1513 der Fuldaer Fürstabt Hartmann von Kirchberg mit der hessischen Landgrafenfamilie um die Macht über das Kloster Hersfeld stritt, waren die Ebersberger verwickelt: 1516 überwarf sich der Abt mit seinen Stiftsherren, die die Auseinandersetzung nicht mehr finanzieren wollten. Diese schlossen daraufhin zur Sicherung des Fuldaer Landes ein Bündnis mit den Grafen von Henneberg und den fuldischen Rittern, darunter auch die Ebersberger. Johann von Henneberg, der in diesem Zusammenhang schon im Knabenalter zum nächsten Fuldaer Abt bestimmt wurde, baute ebenfalls auf die Unterstützung durch die Ritter Buchoniens. Er forderte 1517 von den Ebersbergern acht „Reisige“ (Reiter) und „etliche menner“.
 
Lesen

Gottfried Rehm: Historische Streiflichter aus Osthessen: Aus der Zeit der Ritter. Online verfügbar unter http://home.aol.com/grehm/streifl2.htm.
 
Gottfried Rehm: Das Leben in der Rhön. Hünfeld. o.J.
 
Luckhard, Fritz: Regesten der Herren von Ebersberg genannt von Weyhers in der Rhön (1170 - 1518). Fulda1963.
 
 
Internet

Übersicht über das Adelsgeschlecht und Genealogie
 

 
Quellen:

Faltblatt „Von der Ebersburg und ihrer Geschichte“. Autor Willy Kiefer.
 
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. München/Berlin 1982.
 
http://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/news/ritter.html
 
Archiv des Rhönklubs
 
Louis Ferdinand von Eberstein: Abriss der Urkundlichen Geschichte des reichsritterlichen Geschlechtes Eberstein vom Eberstein auf der Rhön. Dresden 1893.
 

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Ansehen
Wappen derer von Ebersberg
Quelle: Grafik unter http://members.aol.com/grehm/ebersbg.htm
Ruine der Ebersburg
Quelle: Zeichnung von Herbert Lindowsky nach Vorlage von Erwin Sturm.
Orte (www.rhoen.de)
Ebersberg
Poppenhausen (Wasserkuppe)
Weyhers