Kontakt Die Redaktion Das Projekt Artikel schreiben
Suchworte
Verbands- und Vereinswesen im Deutschen Reich (Thema)
  1870 bis 1918
  Beschreibung

Die Verfassung des Deutschen Reichs von 1871 garantierte die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit. So entfaltete sich in der Folgezeit ein vielfältiges Vereinswesen. Seine Entwicklung führte zu einer Aufteilung in Gruppierungen wie Partei, Genossenschaft, Gewerkschaft. In zunehmendem Maße nahmen Vereine und Verbände Einfluß auf das öffentliche und politische Leben. Vereine verbreiteten die Kenntnis von Neuerungen. So informierten die Landwirtschaftlichen Vereine durch Versammlungen, Ausstellungen und Schriftgut ihre Mitglieder über den Einsatz der neuen Maschinen oder den Gebrauch von Kunstdünger. Die Förderung der Kenntnis von technischem Wissen war die Domäne der Polytechnischen Vereine.

Große Bedeutung gewannen kirchlich gebundene Sozialvereine wie die evangelischen und katholischen Arbeitervereine, der Gesellenverein des Adolph Kolping oder die „Innere Mission“. Starken Auftrieb erhielten Selbsthilfeorganisationen in Form von Genossenschaften. Vorzugsweise die durch die Industrialisierung ins wirtschaftliche und soziale Abseits geratenen gesellschaftlichen Gruppen organisierten sich auf diese Weise: Bauern, Handwerker und Arbeiter. Als Beispiel seien die Raiffeisen-Genossenschaften genannt.

Die starken Veränderungen, die die Industrialisierung mit sich brachte, riefen auch Gegenkräfte hervor. Es gründeten sich Vereine mit dem Ziel des Schutzes und der Pflege von Heimat, Brauchtum, Natur und Kultur. Dieses Gedankengut floß auch in die Ziele der neuen Wandervereine mit ein. Der 1876 gegründete Rhönklub bezweckte überdies eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der ansässigen Bevölkerung.
  btn_white_zurueck