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Gückelschlagen (Volkskundliche Überlieferung)
 
  Beschreibung

Dieser uralte, aus heidnischen Zeiten stammende Brauch wird nur noch in wenigen Orten gepflegt, so als Höhepunkt der Kirmes in Oberweid. Es handelt sich dabei um ein vorchristliches Fruchtbarkeitsritual. In Oberweid wird hierzu ein Kirmesbursche ausgelost, der als Hahn verkleidet wird. Er bekommt eine Stange in die Hände, an deren Ende ein frisch geschlachteter Hahn (Gückel) baumelt. Die anderen Kirmesburschen tragen den Verkleideten auf ihren Schultern durch das Dorf. Dabei versuchen andere junge Männer des geschlachteten Tieres habhaft zu werden. Auf einer Wiese wird der Gockel unter einen Topf gelegt, darauf setzt sich der „Menschenhahn“. Wer den Hahn erringen will, bekommt die Augen verbunden und muss versuchen, mit einem Dreschflegel bewaffnet das tote Tier zu treffen. Doch wird dieses von den Kirmesburschen heftig verteidigt. Wer den Hahn schlägt, darf ihn behalten – und gilt als nächster Hochzeitskandidat.
In Unterweid ist es Aufgabe der jungen Mädchen, den Hahn mit Dreschflegeln zu treffen.
 
Quellen:

Walter Höhn, "Feste und Feiern in der thüringischen Rhön", Michael Imhof Verlag 2004
 

 AutorIn Sandra Limpert
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