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Kirmes (Volkskundliche Überlieferung)
 
  Beschreibung

Die Kirmes war und ist einer der jährlichen Höhepunkte in den Dörfern und Städten. Sie wird seit vielen Jahrhunderten gefeiert. An den Ursprung der Feierlichkeit, die Kirchweihe, erinnert vielerorts nur noch der sonntägliche Kirchgang der Kirmesgesellschaft, der in den meisten Orten zum Programm gehört. In Zella wird die Kirmes alljährlich am Wochenende zum 15. August gefeiert, in Erinnerung an die Weihe der Barockkirche am 15. August 1735 durch Amand von Buseck. Wesentlicher Bestandteil der Kirmes ist der Tanz der jungen Kirmespaare um den Kirmesbaum. Weitere Mitglieder der Kirmesgesellschaft sind ein Ploatzknecht, der den Kirmeskuchen trägt, und ein Schnapsknecht. Alkohol spielt auf der Kirmes eine große Rolle. So wurden in einer Satzung aus dem Jahre 1708 einem jungen Gesellen zwei Maß Bier vor dem Tanz zugestanden.
Die einzelnene Kirmesbräuche unterscheiden sich von Ort zu Ort. Gefeiert wird in einem Saal, Festzelt oder wie ursprünglich üblich in einer Gaststätte. Manche Kirmesgesellschaften tanzen in Trachten, andere in zeitgemäßer Mode. In Wölferbütt in der thüringischen Rhön sind Wettspiele wie Schubkarrenrennen Teil des Festes, während in Ober- und Unterweid das „Gückelschlagen“ gepflegt wird. Allen Kirmesfeiern gemeinsam ist das „Umspielen“ am Kirmessamstag, bei dem die Kirmesgesellschaft begleitet von einer Musikkapelle durch das Dorf zieht. Auch die Discoveranstaltung am Freitagabend hat sich heutzutage als fester Programmpunkt etabliert.
  Bedeutung

Die Kirmes als ureigenes Dorffest ist in der Rhöner Gegend lebendig geblieben.

 
Lesen

Gottfried Rehm, "Leben in der Rhön", Seite 70 - 86, Rhön Verlag 1996
 
 
Quellen:

Leopold Höhl, "Rhönspiegel", 1892
 
Walter Höhn, "Feste und Feiern in der thüringischen Rhön", Michael Imhof Verlag 2004
 
Richard Schmelz, Zella
 

 AutorIn Sandra Limpert
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Orte (www.rhoen.de)
Wölferbütt
Zella/Rhön
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